Als Eltern wünschen wir uns oft, dass unsere Kinder zu „guten Menschen“ heranwachsen. Aber Güte ist keine angeborene Eigenschaft, mit der sie auf diese Welt kommen. Sie formt sich jeden Tag, beeinflusst von kleinen Handlungen, vor allem aber durch die Beziehungen zu ihren engsten Bezugspersonen.
Es gibt drei wesentliche Dinge, die den stärksten Einfluss auf die Entwicklung kindlicher Güte haben, die Erwachsene jedoch in ihrem hektischen Alltag oft vergessen. Hier sind sie:
1. Die familiäre Atmosphäre: Das persönliche Vorbild
Kinder sind unser genauestes Spiegelbild und lernen in erster Linie durch das Vorbild, das sie zu Hause erleben. Wenn es in der Familie üblich ist, in einem ruhigen und sanften Ton miteinander zu sprechen, einander zu helfen und die persönlichen Grenzen des anderen zu respektieren, saugt das Kind dieses Verhaltensmuster auf und akzeptiert es als absolute Norm.
Dort, wo bedingungslose Unterstützung herrscht, wachsen Kinder heran, die in der Lage sind, andere zu unterstützen. Wenn wir möchten, dass unser Kind gut zu anderen ist, müssen wir ihm zuerst zeigen, wie Güte in unserem eigenen Zuhause aussieht.
2. Der Umgang mit kindlichen Gefühlen: Die Wurzel der Empathie
Wenn ein Kind weint, wütend ist oder Angst hat, ist unsere Reaktion entscheidend. Wenn Erwachsene das Kleine wegen seiner Emotionen nicht auslachen oder beschämen, sondern ihm helfen, sie zu durchleben und zu benennen, bildet sich in ihm die wichtigste Eigenschaft überhaupt – die Empathie.
Auf diese Weise gelangt das Kind zu der zentralen Erkenntnis: „Meine Gefühle sind wichtig und berechtigt.“ Und wenn seine eigenen Gefühle von Bedeutung sind, dann sind folglich auch die Gefühle und Erfahrungen anderer Menschen wichtig. Genau so entsteht Mitgefühl.
3. Die Möglichkeit für das Kind, selbst Fürsorge zu leisten
Die Blume im Wohnzimmer zu gießen, beim Decken des Tisches zu helfen oder das jüngere Geschwisterchen zu streicheln und zu beruhigen – das sind keine „Kleinigkeiten“. Das ist das eigentliche Fundament der Güte.
Wenn wir dem Kind die Möglichkeit geben, nützlich zu sein und sich um etwas oder jemanden zu kümmern, lernt es, die tatsächlichen Ergebnisse seiner Handlungen zu sehen. Es begreift, dass seine persönliche Hilfe die Welt um es herum wärmer, gemütlicher und besser macht.
Güte misst sich nicht an den Worten „sei brav“ oder „benimm dich gut“. Sie ist keine Regel, die wir mit Gewalt durchsetzen können. Güte ist eine Frage von Beziehungen, vom persönlichen Vorbild und von täglicher Praxis, die zuerst bei uns Erwachsenen beginnt.
Der Aufbau dieser tiefen emotionalen Bindung erfordert jedoch in erster Linie Zeit und gemeinsame Momente. Die Beschäftigung mit den Materialien von Vivabook bietet eine wunderbare Gelegenheit, genau diesen Raum für Ruhe, Achtsamkeit und Nähe bei Ihnen zu Hause zu schaffen.




