Jedes Kind hört mal nicht zu, zappelt herum oder unterbricht Erwachsene. Es gibt jedoch Zustände, bei denen dies kein Ausdruck von Alter oder Temperament ist, sondern eine neurologische Besonderheit, die den Alltag erheblich beeinflusst. Ein solcher Zustand ist ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung).
ADHS ist kein „schlechtes Benehmen“
Das Syndrom ist weder mangelnde Erziehung noch Faulheit, und es „verwächst“ sich auch nicht einfach. ADHS ist ein realer, wissenschaftlich anerkannter Zustand, der auf Besonderheiten in der Gehirnfunktion beruht – insbesondere in den Bereichen, die für Selbstkontrolle, Aufmerksamkeit und Planung zuständig sind. Kinder mit ADHS werden oft als „Fernseher ohne Fernbedienung“ beschrieben: Die Gedanken springen, die Aufmerksamkeit wandert, und Impulse lassen sich nur schwer zurückhalten.
Wie lässt sich ADHS erkennen?
Es ist wichtig, kindliche Lebhaftigkeit von einem klinischen Bild zu unterscheiden. Hier sind einige Schlüsselanzeichen:
- Das Kind kann nicht stillsitzen, selbst wenn es das unbedingt möchte.
- Es unterbricht ständig und redet dazwischen, ohne abzuwarten, bis es an der Reihe ist.
- Es hat Schwierigkeiten, Aufgaben zu Ende zu bringen – selbst bei Aktivitäten, die es eigentlich sehr interessieren.
- Es lässt sich extrem leicht ablenken, auch von völlig unwichtigen Reizen.
- Die Symptome sind dauerhaft und treten in verschiedenen Umgebungen auf: zu Hause, in der Schule und in sozialen Situationen.
ADHS zeigt sich nicht nur in stressigen Momenten oder nur in Begleitung eines bestimmten Erwachsenen. Wenn das Verhalten in mehr als nur einem Umfeld zu Schwierigkeiten führt, gibt es Grund für eine genauere Abklärung.
Stellen Sie keine eigenen Diagnosen
Es ist wichtig, nicht zu versuchen, ADHS anhand von Videos, Blogs oder Ratschlägen aus den sozialen Medien zu diagnostizieren. Was wie ADHS aussieht, kann auch etwas anderes sein – Angstzustände, erlebter Stress, sensorische Empfindlichkeiten oder sogar eine völlig gesunde kindliche Entwicklungsphase.
Der richtige Ansatz:
- Holen Sie sich ärztlichen Rat bei einem Kinderneurologen oder einem Kinder- und Jugendpsychiater, der Erfahrung mit Verhaltensauffälligkeiten hat.
- Haben Sie keine Angst vor der Diagnose. Sie ist kein Stempel, sondern eine Gebrauchsanweisung für gezielte Hilfe.
- Bei frühzeitiger Erkennung und Unterstützung können für viele Kinder mit ADHS wunderbare Lernstrategien für den Alltag entwickelt werden.
Was kann helfen?
- Struktur und klare Regeln
- Pausen und Bewegung zwischen den Aufgaben
- Unterstützung und Ermutigung statt Bestrafung
- Respekt für die Art und Weise, wie dieses Gehirn funktioniert
- Passende Übungen für Aufmerksamkeit und Koordination
Bücher, die Fokus und Konzentration fördern
Im Vivabook-Verlag glauben wir daran, dass Wissen und Bewegung Hand in Hand gehen können. Viele unserer Bücher – insbesondere jene mit Neurogymnastik und beidhändigen Übungen – sind so konzipiert, dass sie die Entwicklung von Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Koordination auf unterhaltsame, aber zielgerichtete Weise unterstützen.
Mit ihnen lernt das Kind nicht nur, sondern beruhigt auch seinen Geist, findet einen eigenen Rhythmus und gewinnt an Selbstvertrauen für den Alltag.
